Buchmarmelade im August 2016

Wie ihr wisst, arbeite ich ab jetzt strategisch meinen SuB ab. Durch ein Mason Jar-Glas. Der beherzte Griff hinein offenbart mir nicht nur die Fülle meines Stapels ungelesener Bücher, sondern führt mich auch an Bücher heran, die lange in Vergessenheit geraten waren. Den Anfang dieser Aktion machte Head Shot von Chris Knopf – meine #49 aus dem Glas.

Head Shot von Chris Knopf als eBook

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich mir diesen Thriller zugelegt habe. Das Erscheinungsjahr ist jedenfalls 2014. Also liegt das eBook vermutlich auch seit zwei Jahren auf dem SuB und ist damit sogar eine noch recht junge SuB-Leiche. Da ich mir jedoch kein Buchkaufverbot auferlegt habe, um den SuB komplett abzuriegeln, kamen im August auch Bücher hinzu. Meine Statistik ergibt sich also aus den 50 Büchern, die sich bereits im Glas befinden, minus Head Shot von Chris Knopf, plus die zwei Bücher, die im August neu eingezogen sind. Bei denen handelt es sich um Melanie Raabes Die Falle, mein Taschenbuch im August, und Sie dreht sich um von Angelika Overath.

  • Bestehende Buchmarmelade im August: 50
  • Ausgelöffelt: -1
  • Angefüttert: +2
  • Summe: 51

Im September werde ich mit dem Abbau etwas fleißiger sein müssen, auch wenn ich jetzt schon wieder zwei neue Bücher gekauft habe. Aber wer sagt denn, dass ein SuB-Austausch nicht auch schon ein Erfolg ist? Seid jedenfalls gespannt auf den September!

 

Rezension: Tom Wood – Codename Tesseract (2011)

Codename Tesseract ist der erste Band der Buchreihe um Auftragskiller Victor. Fälschlicherweise habe ich vor geraumer Zeit mit dem zweiten Band, Zero Option, angefangen. Gut, dass vor geraumer Zeit in diesem Fall vor drei Jahren bedeutet. Damit konnte ich mit Codename Tesseract sozusagen ganz neu in Victors Arbeit einsteigen. Und diese ist absolut mörderisch.

Tom Wood schickt seinen Protagonisten zunächst nach Paris, wo er sich eines Ziels annehmen soll. Eigentlich scheint alles nach Plan zu verlaufen, bis Victor merkt, das etwas nicht stimmt. Auf einmal begrüßt ihn innerhalb des Hotels eine Gruppe gedungener Mörder, die es auf ihn abgesehen haben. Victor kommt mit dem Leben davon, doch fragt er sich, welches Spiel hier gespielt wird. Plötzlich wird er vom Jäger zum Gejagten und findet sich in einem verschwörerischen Spiel um Macht, Geld und russische Raketen wieder…

Brillianter Killer ohne Götterkomplex

Wenn er allein in den Bergen war, dann fühlte er sich jedes Mal wie der einzige Mensch auf der Welt. Nur er und die Natur in ihrer unbarmherzigen Ehrlichkeit. Er war so weit von der Zivilisation entfernt, wie er es sich erträumen konnte, und doch kam ihm die Welt hier oben sehr viel zivilisierter vor, als die da unten. (Codename Tesseract, S. 116)

Victor ist der Inbegriff eines Einzelgängers. Jedoch ist er längst nicht so kalt und perfekt, wie die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken vermuten lässt – gut so! Victor wahrt sich seine Menschlichkeit, indem er längst nicht so überheblich ist wie seine Kontrahenten. So verabscheut er den Begriff Mörder, auch wenn Morde das sind, womit er sein Leben unterhält. Er vertraut auf seine Fähigkeiten, jedoch ohne sich dabei mit einem Götterkomplex zu umgeben – anders als Reed, auf den Victor im Verlauf des Buches trifft. Victor ist sich dessen bewusst, dass er sterben könnte und wenn, dann nur durch seinesgleichen. Allerdings ist er auch in anderen Bereichen ein Überlebenskünstler. So lenkt er sich mit Bergsteigen ab und sieht auch dabei der potenziell tödlichen Gefahr eines Absturzes ins Auge. Der zunächst erwarteten Gefühlskälte des Killers verleiht Tom Wood mit der Szenerie der Schweizer Berge Ausdruck, in denen Victor bei klirrender Kälte seinem Hobby mit höchstem Enthusiasmus und Willenstärke nachgeht.

Doch von Gefühlskälte kann keine Rede mehr sein, als er auf die abtrünnige CIA-Agentin Rebecca Sumner trifft, die sich überraschenderweise als sein „Makler“ entpuppt. Neben der CIA und dem russischen Geheimdienst, versuchen auch Victor und Rebecca an die Daten eines USB-Sticks zu gelangen, der die Position der verschollenen Trägerraketen beinhalten soll. Ihre Gesellschaft ist ihm zunächst sehr unangenehm, doch er weiß, dass er sie braucht. Und das nicht nur im kollegialen Sinne. Als sie von einem weiteren Auftragskiller getötet wird, empfindet er das erste Mal das Bedürfnis Rache nehmen zu wollen. Plötzlich war Rache etwas, „ohne das er nicht mehr weiterleben konnte, etwas, „das er noch nie zuvor gewollt hatte.“ (S.423)

Actiongeladener, kurzweiliger Thriller

Tom Woods Thriller ist rasant und voller Detailreichtum. Actionreiche Szenen wechseln sich mit ruhigeren gut durchdachten Passagen ab, sodass man als Leser zwischendurch auch die Möglichkeit zum Durchatmen bekommt. Technische Details, wie beispielsweise Gewehrbeschreibungen oder Victors Überwachungsmaßnahmen werden gut erklärt und geben dem Buch eine gewisse Tiefe, um Victors Arbeit aus dem Blickwinkel eines Experten erleben zu lassen. Auch die geschickten Cliffhanger an den Kapitelenden bringen den Leser dazu, immer weiterlesen zu wollen. Die Versuche, den internen Maulwurf in der CIA ausfindig zu machen, erscheinen manchmal etwas hilflos, wenn man sich die Dialoge anschaut. Doch alles in allem ist Codename Tesseract ein fulminanter Einstieg in die Reihe um den etwas unterkühlten, aber nicht minder sympathischen Auftragskiller. Jason Bourne-Fans dürften mit der Reihe ihren Spaß haben!

Goldmann, 544 Seiten, 8.99 Euro

#jdtb16: Taschenbuchkauf im August

Wieder ist ein Monat vorüber! Aufgrund meiner Arbeit musste der stationäre Taschenbuchkauf auch dieses Mal bis zum Ende des Monats warten. Zugegeben, die Wahl fiel mir nicht leicht. Ich weiß nicht wieso, aber für mich erschien der August als bisher dürftigster Monat, was neue Bücher angeht. Ich hoffe, im September erholt sich das ein bisschen. Vermutlich lag an den für mich persönlich wenig ansprechenden Büchern, dass ich nach etwas „älterem“ gegriffen habe.

jdtb16August
btb, 352 Seiten, 9.99 Euro

Kurzbeschreibung:

Die berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Seit elf Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Als sie im Fernsehen den Mann zu erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester umgebracht hat, versucht sie, ihm eine Falle zu stellen – Köder ist sie selbst.

Wo gekauft?

Im Hugendubel des Potsdamer Sterncenters. Nachdem ich beim letzten Mal auf Freund Online zurückgreifen musste, war es an der Zeit, wieder in eine Buchhandlung zu gehen. Ich hatte mich sehr auf den Besuch gefreut, wollte einige Bücher mehr mitnehmen, doch zu meiner Enttäuschung habe ich den Hugendubel dann doch nur mit diesem einen verlassen.

Warum dieses Buch?

Diese Frage erklärt sich angesichts der Shootingstar-Karriere von Melanie Raabe vermutlich von selbst. Ich wollte bewusst auf das Taschenbuch warten, daher habe ich „Die Falle“ als gebundene Ausgabe nicht angerührt. Jetzt kann ich es kaum erwarten, dieses Buch zu lesen, bevor ich mit Raabes Nachfolgeroman „Die Wahrheit“ liebäugele.

Sonstige Anmerkungen:

Das eigentliche Hauptziel meines Hugendubel-Besuches war, dass ich meinen akkuschwachen Tolino-eReader umtauschen lassen wollte. Das klappte glücklicherweise ganz problemlos, sodass ich danach auch gewillt war, mich durch die Bücherregale zu stöbern.